advent

Donnerstag, 8. Dezember 2005

das 8te türchen

song: ausser dir
von: wir sind helden

was hört man als atheist vorm adventskranz? oder warum besitzt man als atheist überhaupt einen solchen? vielleicht, weil man das erwartete fest schon längst in der art und weise umgedeutet hat, wie man es selbst eh die längste zeit erlebt hat. eine zeit, um sich zu der ruhe zu zwingen, der man sich ein jahr lang verweigert hat. oder um der in letzter zeit schändlich vernachlässigten zweisamkeit zu fröhnen.

um sich wieder in erinnerung zu rufen, wie das war, als die rationalität das letzte war, an das man dachte. an die ganz besondere trunkenheit, der man vielleicht jahrelang verzweifelt nachgelaufen ist, um sie dann in einer ganz bestimmten person völlig unverhofft zu finden. und man ist froh, dass es dafür ein paar wunderbare erinnerungshilfen gibt. wie dieses kleinod der liedschreibkunst.

'du bringst mich um, du bringst mich um - schlaf und verstand. für dich geb ich dem wahnsinn die hand'

Dienstag, 6. Dezember 2005

die 6te tür

song: no surprises
von: radiohead

der süße zuckerguß über einer bitteren wirklichkeit. das beschreibt sowohl den song als auch in gewisser weiße weihnachten ziemlich treffend. auf der einen seite der song, in dem die liebliche musik einem die brutale situation, die im text beschrieben wird, einfach ignorieren lässt. auf der anderen seite ein fest, bei dem es darum geht, die wirklichkeit zu verdrängen und alles einfach schön zu finden.

andererseits, würde man mit unerschütterlicher ernsthaftigkeit bei ‚no surprises’ einfach nur zustimmend mit dem kopf nicken, würde sich einem die grazile herrlichkeit der melodie niemals zur gänze erschließen. und würde man 365 tage im jahr verbittert die tragödie der menschlichen existenz beweinen, man könnte sämtliche augenblicke seines lebens verpassen, die dem ganzen erst sinn verleihen. darum gehören ‚no surprises’ und weihnachten auch irgendwie zusammen. und weil der song ein guter start in einen adventsonntag ist. oder sonntag im allgemeinen. oder tag.

Montag, 5. Dezember 2005

jahresrückblick zum 5.12.2005

song: she’s got an army
von: echophonic

wah, echophonic. der auftritt in der arena, dem ich mal beiwohnte (ich glaube auch beim einzigen frequency in wien), war nicht so besonders. genauer gesagt war ich etwas gelangweilt von dieser band, von der ich noch nie zuvor gehört hatte (zu der zeit aber auch keine kunst). in den folgenden jahren machte ich auch einen entsprechenden bogen um die band. bis ich im sommer, beim renovieren der wohnung, immer wieder diesen einen song im radio hörte. unaufdringlich und trotzdem nagend im ohr hängenbleibend. ‚erinnert mich irgendwie an sonic youth’ dachte ich. bis irgendwann ein moderator das geheimnis lüftete und mir offenbarte, dass es sich da um echophonic handelt. ‚okay’, die zweite single, erinnerte mich dann irgendwie wieder an ‚she’s got an army’. was nichts daran ändert, dass es sich bei zweiterem um einen großartigen song handelt.

fensterchen nummer 5 von frau chrismuh

Sonntag, 4. Dezember 2005

das türchen zum 4.12.2005

song: dieses jahr
von: tocotronic


'manchmal wünschte ich, dieser quatsch wär schon vorbei'. in einer gleichgültigkeit vorgetragen, die keine wut, keine verzweiflung und keinen schmerz vermittelt. 'und es kommt mir so vor, als wenn dieses jahr länger als 12 monate war'. der text erscheint so beläufig, als ob es sich einfach um einen flüchtigen gedanken handeln würde, der irgendwann gen ende des jahres unerwartet auftaucht. und sich entschließt, etwas länger zu bleiben. 'draußen vor dem fenster liegt schon wieder schnee' murmelt dirk von lowtzow dahin, während sich vor dem inneren auge die beschriebene szenerie ausbreitet. ja, was jetzt? am besten, man setzt sich erstmal hin und trinkt eine gute tasse tee. vielleicht garniert mit weihnachtsbäckerei. die duftkerze könnte man auch mal anzünden. und die kuschelig-warme decke sollte man auch nicht so einsam verkümmern lassen.

der jahresrückblick zum 4.12.2005 von frau chrismuh

nachtrag: jahresrückblick zum 3.12.2005

song: cosmopolite
von: slut

slut waren immer so ein thema. live beim ersten frequency, damals noch in der arena, waren sie – mühsam. immerhin hatten sie dank nur leichtem nieseln noch publikum (stereo total spielte vor ein paar hartgesottenen, während der rest in der großen halle schutz vorm sintflut-artigen regen suchte). aber der funke mochte nicht überspringen. als eine feine weihnachtsfeier bei der schwester auch dadurch geprägt wurde, dass mein bruder und ich begeistert gotv schauten, fiel mir zuerst ‚easy to love’, dann ‚time is not a remedy’ auf.

das dazugehörige album ‚nothing will go wrong’ hab ich fortan begeistert auf und ab gehört. ‚all we need is silence’, der letztes jahr veröffentlichte nachfolger, war zwar schnell besorgt – aber wirklich beschäftigt hab ich mich damit nicht. irgendwie gab es immer irgendetwas, dass mir interessanter erschien. bis zufällig mal ‚cosmopolite’ im auto aus den boxen kam. klassischer kopfnicker-beat. eine verspielte gitarre. ein guter refrain. überhaupt, ein lied über den besserwissenden, alles erlebt habenden und überall gewesenen menschen - eine spannend ruhig vorgetragene kriegserklärung. mit einem outro, dass beim ersten mal hören erschreckt und später einfach nur mehr staunen fabriziert. 'this is no holiday baby’. war heuer für einige zeit mein lieblings-song.

das dritte türchen von frau chrismuh

Freitag, 2. Dezember 2005

2.12.2005 - das zweite türchen

song: 1979
von: the smashing pumpkins

oft ist es entscheidend, wann man einen song kennen lernt. die smashing pumpkins erschlossen sich mir erst nach ihrer auflösung, als in irgendeiner sendung auf vh1 (glaube ich) 5 songs hintereinander gespielt wurden. etwas später, bei einem einkaufsbummel auf der mariahilfer-straße, lief im virgin als hintergrundmusik die soeben erschienene best-of. die aufmerksamkeit war erneut erregt. relativ schnell hielt ich auch die best-of sowie ‚mellon collie and the infinite sadness’ (eigentlich weil ich ‚tonight, tonight’ mit dem titeltrack verwechselte) in den händen. noch schneller verschwand die best-of in den den händen von michi, die ohne umschweife meinte ‚nicht hinschauen, ist dein weihnachtsgeschenk!’. den restlichen dezember (der grundsätzlich ereignis-arm war, da noch kein zivildienst und keine arbeit) lief mellon collie dann im dauerdurchlauf.

1979 (um wieder den punkt zu finden) spielte sich schnell ins herz. und viel melancholischer, als zu dieser ruhig-verträumten melodie durch schneelandschaften zu fahren, als mit diesem nach der ewigkeit des vergangenen greifenden song im ohr durch einkaufsstraßen und –zentren zu wandern, erschien mir in dieser zeit einfach unmöglich. also genoß ich einfach die augenblicke, die unterträgliche kitschigkeit einfach mal ignorierend. und ich muss bei dem song selbst im sommer dezent an weihnachten denken.

jahresrückblick zum 2.12.2005

Donnerstag, 1. Dezember 2005

advenvtskalendarische überraschung

chrismuh:
also wir haben den ersten dezember, den ersten advent haben wir ja schon überlebt - oh du fröhliche weihnachtszeit
alle haben sich lieb und alles ist wunderbar

wohlstandskind:
man könnte auch sagen - noch 23 tage zwischenkriegszeit. voll mit punsch-standl-besuchen, weihnachtsfeiern und vanillekipferl vergiftungen. ich mag das.

chrismuh:
hemmungsloses laben in giftähnlichen substanzen - erhöhter cholesterinspiegel und eine leber die sich in den körper eines straight edgelers wünscht
ich mag weihnachtsbäckerei und punsch eigentlich auch ;)
lieber wär mir aber weihnachtszeit ohne den ganzen rest der wiener (+ umland) bevölkerung
krieg ist an dieser stelle übrigens das richtige wort - die ersten und hoffentlich letzten donauzentrumerfahrungen habe ich ja schon gemacht.
irrer blick, kleine kinder hinter sich herschleifend, die ersten weihnachtseinkäufe fest in den klauen, schleichen sie wie parasiten über die brücke, laufen alles um was sich ihnen in den weg stellt...

wohlstandskind:
ich hab immerhin noch, äh, kein einziges geschenk. wie jedes jahr nehm ich mir vor, das alles in nächster zeit zu besorgen, um dann am 24ten zu den idioten zu gehören, die durch die einkaufszentren hetzen. oder ich lass alles von amazon direkt zum beschenkten liefern und setz mich mit einer thermoskanne glühwein, einer packung zigaretten und einem randvoll geladenen ipod ins donauzentrum - idiotenschaun.

chrismuh:
stimmt das wollten wir schon immer mal machen - am 24. mit campingsessel & guten getränken idiotenschaun.
inzwischen haben wir ja - dank diverser festivals - eine absolut scheißwettertaugliche ausrüstung.
schlagen wir unsere zelte am scs parkplatz auf, bewaffnet mit einer gitarre und singen den leuten weihnachtsständchen.
unser beitrag zum friedlichen gemeinsam am 24. dezember...
wenn uns keiner mit seinen geschenken tötet, verprügelt uns die polizei, die sicherlich innerhalb von 30min da sein wird...
wir könnten natürlich auch...

wohlstandskind:
um des lieben weihnachtsfrieden willens, stattdessen einfach überlegen, mit welchen liedern man diese zeit erträglich, besinnlich und stimmungsvoll untermalen könnte.
denn ich denk, 'bück dich' von rammstein ist nur für eine sehr bestimmte zielgruppe passend für die adventszeit...

chrismuh:
dann wäre dies tag eins unsere mission unsere leser gut durch den advent zu bringen - mit jeweils einem einem adventfenster und einem song zum jahr 2005

und weil ich meine tante – ganz schick in feschem mäntelchen und hut, auf dem weg zur lohengrin generalprobe – getroffen hab und wir beschlossen haben: zu weihnachten müss ma sich eh sehn, da kömma noch genug reden, jetzt is kalt und es freut uns nicht
und zuguter letzt weil wagner ja irgendwie auch in kombination mit refused voll gut zu weihnachten passt fänd ich: tannhäuser/derrive von refused äusserst passend für den ersten tag unseres adventkalenders

wohlstandskind:
und wenn ich so überleg, was letztes jahr so los war - ein guter einstieg für songs zum jahr 05 müsste wohl mit wizo untermalt werden. abschlusskonzert, auflösung, und so weiter. damit die wehmütigkeit gleich so richtig zu arbeiten anfangen kann.
drum würd ich vorschlagen - machen wir das gleich mal so!


*trommelwirbel*

hinter fenster nr. 1 verbirgt sich

tannhäuser/derrive von refused - gesponsert von frau muh

und

jahresrückblick 2005 - Tag 1
z.g.v. - wizo

jahresrückblick 2005 - tag 1

song: z.g.v.
von: wizo

wizo hat sich dieses jahr endgültig verabschiedet. die wenigsten haben damit gerechnet, dass sie sich überhaupt nochmal melden. umso schöner war das weihnachtsgeschenk im letzten jahr namens ‚anderster’. und wehmut wollte man bei den bis zum letzten winkel vollgestopften abschlusskonzerten gar nicht erst aufkommen lassen. der abschied sollte gefeiert statt betrauert werden. in wien und somit für unsere runde am 31. jänner. alle alten kracher durften nochmal live aus den boxen dröhnen, konnten nochmal ohne rücksicht auf die stimmbänder mitgesungen werden. neues war nur wenig dabei, was sich unter anderem auch durch die entstehung der platte erklären lässt.

was man aber nicht auslassen wollte war 'z.g.v.'. ein song, bei dem mir schon beim ersten hören durch den kopf ging ‚lang gibt’s die wohl nimmer'. 'und so wie es einmal war, wird’s nie mehr wieder sein'. das beschrieb wohl den zustand innerhalb in der band genausogut wie bei einem teil des publikums - jenem teil, der in seiner jugend jedes lied hymnenartig in sich aufsog, sich aber inzwischen so wie die band selbst gehörig weiterentwickelt hatte. ‚und das was früher einmal wichtig war, ist heute längst schon scheiß egal. und wenn ich mich jetzt selbst so reden hör, wird mir plötzlich klar, das hörte ich schon hundertmal’. vielleicht hatten wir das zeitliche glück, passend zur band zu altern. so wie die ersten hochgelobten alben all die wut und den jugendlichen übermut ausdrückten, wie bei ‚quadrat im kreis’ langsam die eigene ausnüchterung merkbar wurde, schien zumindest mir ‚z.g.v.’ aus der seele zu sprechen.

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